Erziehungs-beistand-schaften nach §30 SGB VIII
Wenn Jugendliche nicht mehr erreichbar scheinen, braucht es mehr als Konzepte.
Es braucht Menschen, die präsent sind. Klar. Verlässlich.
Mit Haltung – und einem echten JA zur Herausforderung.Genau hier setzt die Erziehungsbeistandschaft bei SOKO NRW an.
Warum Erziehungs-beistandschaften so wichtig sind
...besonders bei Jugendlichen, die scheinbar nicht mehr erreichbar sind.
Manche Jugendliche sind laut. Wütend. Rückzugsvoll. Aggressiv. Sie sprengen den Rahmen in der Schule, in der Familie, manchmal im ganzen Hilfesystem. Sie fallen aus Gruppen, brechen Beziehungen ab, stoßen ab, was ihnen Halt geben könnte.
Doch hinter dem Verhalten steckt fast immer etwas anderes: Überforderung. Angst. Ohnmacht. Orientierungslosigkeit.
Jugendliche, die nicht mehr „funktionieren“, brauchen keine schnellen Lösungen. Sie brauchen Menschen, die bleiben, auch wenn es schwierig wird. Menschen, die Grenzen setzen, ohne abzuwerten. Die zuhören, auch wenn keine Worte kommen. Die aushalten, begleiten, stabilisieren und nicht aufgeben, wenn andere längst aufgegeben haben.
Die Erziehungsbeistandschaft nach §30 SGB VIII schafft genau diesen Raum: Langfristige, verlässliche Begleitung direkt am Jugendlichen orientiert. Mit einem klaren Ziel: Entwicklung wieder möglich machen.
SOKO NRW übernimmt genau dort Verantwortung, wo andere scheitern: In der Arbeit mit hochbelasteten, gewaltbereiten und intensiv betreuungsbedürftigen Jugendlichen. Nicht mit Druck – sondern mit Präsenz, pädagogischer Klarheit und echter Beziehung auf Augenhöhe. Denn jeder junge Mensch hat das Recht, gesehen zu werden. Gerade dann, wenn er alles daransetzt, uns genau das Gegenteil glauben zu lassen.
Kinder brauchen keinen Druck, sondern Präsenz, pädagogische Klarheit und echte Beziehung, auf Augenhöhe.
Ab März 2026 bietet SOKO NRW Erziehungsbeistandschaften für Jugendliche an, die mehr brauchen als ein klassisches Hilfsangebot.
Hier geht es um eine intensive, konsequente und pädogogisch hochqualifizierte Betreuung.
Wir begleiten junge Menschen, deren Entwicklungsverläufe durch Gewalt- und Aggressionsdynamiken, delinquentes Verhalten oder tiefgreifende familiäre Belastungen geprägt sind oder die bereits als Intensivtäter in Erscheinung getreten sind.
Was sie alle verbindet:
Sie brauchen eine intensive, konsequente und fachlich hochqualifizierte Betreuung, die Beziehung nicht als Methode, sondern als Schlüssel zur Veränderung versteht.
S – Systemisch arbeiten
O – Orientierung geben
K – Konsequenz leben
O – Offen kommunizieren
Dieses Prinzip prägt unsere pädagogische Haltung, unsere Strukturen und die Form der Beziehungsgestaltung. Jugendliche mit hohem Unterstützungsbedarf benötigen Klarheit, Verbindlichkeit und authentische Fachkräfte. Genau dafür steht SOKO NRW.
Dieses Prinzip ist kein Leitsatz auf dem Papier, sondern der Rahmen, in dem wir Jugendliche begleiten: mit Klarheit, Verbindlichkeit und echter Beziehung.
Für viele von ihnen ist das der erste verlässliche Kontakt zu einer pädagogischen Bezugsperson. Und genau hier beginnt Veränderung.
Im Überblick
Leitung und fachliche Qualifikation
Trainer: Kevin Cords
Sonderpädagoge (B. Ed.)
Anti-Aggressivitäts-Trainer (AAT)
Traumapädagoge
Krav Maga Instructor (Selbstschutz- und Deeskalationskompetenz)
Langjährige berufliche Erfahrung in der Jugendhilfe im Strafverfahren
Über ein Jahrzehnt Erfahrung in der Arbeit mit herausfordernden, gewaltbereiten und straffälligen Jugendlichen
Besonderheit:
Zusätzlich besteht ein kleines, persönlich durch Kevin Cords ausgebildetes Team, das in zentralen Schwerpunkten geschult ist: Deeskalation, Beziehungsgestaltung, lebensweltorientierte Arbeit, Selbstkontrollförderung und systemische Herangehensweisen.
Damit können wir als Einheit verlässlich mehrere intensive Fälle parallel begleiten.
Wir begleiten vorrangig Jugendliche, die:
Eine intensive, engmaschige Betreuung benötigen
Gewaltbereit auftreten oder aggressionsgeleitet handeln
Deutliche Impuls- und Selbstregulationsschwierigkeiten zeigen
Mehrfach delinquent geworden sind
Als Intensivtäter geführt werden oder gefährdet sind, diesen Weg einzuschlagen
In traditionellen Hilfesystemen nicht stabil gehalten werden konnten
In hochbelasteten Familiensystemen aufwachsen
Unsere Stärke:
Auf Wunsch übernehmen wir auch weniger komplexe Fälle, unsere klare fachliche Stärke liegt jedoch im Bereich Gewalt, Straffälligkeit und emotionaler Belastung.
Erziehungs-beistandschaften
Unsere Arbeit orientiert sich eng am jeweiligen Bedarf des Jugendlichen und der Familie.
Ab März 2026 bietet SOKO NRW Erziehungsbeistandschaften für bis zu 15 Jugendliche an,
die mehr brauchen als ein klassisches Hilfsangebot.
Die Fallauswahl erfolgt in Abstimmung mit den ASD-Teams, bevorzugt im Bereich
hochbelasteter und anspruchsvoller Fallkonstellationen.
Wir begleiten Jugendliche so, dass Gewaltbereitschaft
reduziert, Handlungsspielräume erweitert, Selbststeuerung verbessert und
familiäre wie schulische/berufliche Perspektiven stabilisiert werden.
Wir unterstützen dort, wo klassische Hilfen nicht
ausreichen oder bereits mehrfach gescheitert sind.
"Weil Aufgeben keine Option für uns ist."
Unsere Bausteine:
Vertrauensbasierte, authentische Beziehungsgestaltung
Viele dieser Jugendlichen haben gelernt, dass Nähe gefährlich ist oder enttäuscht. Unsere erste Aufgabe ist es, Vertrauen aufzubauen durch echtes Interesse, Verlässlichkeit und Authentizität. Erst wenn Beziehung da ist, kann Entwicklung beginnen.
Systemische Gesprächsführung und klare Zielarbeit
In unseren Gesprächen nehmen wir die gesamte Lebenswelt der Jugendlichen in den Blick. Wir klären Ziele, formulieren Etappen und bleiben im Dialog, mit Jugendlichen, Eltern und Fachstellen.
Konsequente Haltung und verbindliche Strukturen
Wir schaffen einen sicheren Rahmen mit klaren Regeln, nachvollziehbaren Konsequenzen und konsequenter Präsenz. Das gibt Halt, gerade Jugendlichen, die Strukturen oft nur durch Eskalation erleben.
Deeskalations- und Selbstkontrolltraining
In herausfordernden Situationen bieten wir Strategien zur Impulskontrolle, Selbstberuhigung und Deeskalation. Die Jugendlichen lernen, Emotionen zu regulieren und neue Handlungsmuster zu entwickeln.
AAT-orientierte Elemente bei Gewalt- und Konfliktdynamiken
Mit Elementen aus dem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) helfen wir Jugendlichen, ihre Gewaltbereitschaft zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und alternative Verhaltensweisen einzuüben.
Traumapädagogische Grundsätze zur Stabilisierung
Viele Jugendliche haben traumatische Erfahrungen gemacht. Unsere Arbeit folgt daher traumapädagogischen Grundsätzen: Wir bieten Schutz, Orientierung und eine wertschätzende Begleitung in schwierigen Momenten.
Lebensweltnahe Begleitung im Alltag
Ob Schulweg, Freizeit oder Konflikt mit der Familie - wir sind nah dran. Unsere Arbeit findet nicht nur im Büro statt, sondern in der Lebenswelt der Jugendlichen, wo echte Herausforderungen und Chancen liegen.
Enge Abstimmung mit Eltern, Schule und Umfeldsystemen
Kein Jugendlicher verändert sich im Alleingang. Darum binden wir Eltern, Lehrer*innen und andere relevante Personen aktiv mit ein, in einem respektvollen, klaren Austausch.
Strukturierte und transparente Rückmeldungen an den ASD
Wir halten den ASD regelmäßig und nachvollziehbar auf dem Laufenden. Unsere Rückmeldungen sind fachlich präzise, strukturiert aufbereitet und offen für Rückfragen.
Verlässliche Terminierung und klare Kommunikationswege
Wir stehen für transparente Absprachen, feste Zeiten und gute Erreichbarkeit. Damit Jugendliche und Kooperationspartner*innen wissen: Auf uns ist Verlass.
Wenn Beziehung gelingt, kann Veränderung entstehen.
Nicht über Nacht.
Nicht ohne Rückschritte.
Nicht ohne Wut, Zweifel und die Frage: „Wozu das alles?“
Aber: nachhaltig. Echtheits-basiert. Und manchmal lebensverändernd.
Aus Eskalation kann Verständigung wachsen.
Weil jemand bleibt, wenn’s kracht.
Weil sich niemand abwendet, wenn Türen knallen.
Weil der Jugendliche nicht für sein Verhalten bestraft, sondern in seinem Sein gesehen wird.
Aus Rückzug kann Vertrauen entstehen.
Weil jemand zuhört, ohne zu urteilen.
Weil da jemand ist, der nicht fragt „Warum hast du das gemacht?“,
sondern „Was brauchst du gerade wirklich?“
Aus Ohnmacht wird Handlungsspielraum.
Weil Kontrolle nicht mehr das letzte Mittel ist.
Weil ein Mensch gelernt hat: Ich habe Einfluss, auch ohne Gewalt.
„Bleiben ist Haltung. Nicht Methode.“
Jugendliche lernen, Verantwortung zu übernehmen nicht, weil man sie dazu zwingt, sondern weil sie anfangen, sich selbst ernst zu nehmen. Weil jemand an sie geglaubt hat, bevor sie selbst dazu bereit waren.
Sie erfahren, dass sie etwas bewirken können, in sich, in Beziehungen, im eigenen Leben. Ohne Druck. Ohne Gewalt. Ohne Show.
Sie entdecken, wer sie jenseits ihrer Wut und Unsicherheit sind: ein Mensch mit Sehnsüchten, Talenten, Stolz und einer Geschichte, die erzählt werden darf.
Manchmal dauert es Wochen, bis überhaupt ein Blickkontakt entsteht. Manchmal Monate, bis ein Schulbesuch gelingt.
Und manchmal braucht es unzählige Male „Ich geh da nicht mehr hin!“ – bevor ein leises „Wann bist du wieder da?“ kommt.
Und dann, ganz plötzlich,
wird aus einem ersten „Was willst du von mir?!“
ein leises, rohes, ehrliches:
„Danke, dass du geblieben bist.“